Unsere Geschichte – Eine Chronik des Gasthauses „Zum Hannes“
Ein Teil Wacholder, ein Teil Kabänes, ein Teil Familiengeheimnis.
Wenn de drei Schnaps trinkst, haste einen guude gehabt.
Schnapsrezept und Spruch vom Hannes Merz
Wie alles begann
1905 – Geburt von Johann Alois Merz („Hannes“)
Er zeigte auch Größe und Rückgrat, als solche Eigenschaften lebensgefährlich werden konnten. Johann Alois Merz, genannt Hannes, wurde 1905 geboren. Seine Eltern betrieben die Gastwirtschaft „Klosterschänke“.
Der kleine Hannes wuchs zwischen Tresen und Gästen zum Wirt heran und übernahm später die Gaststätte. Er war ein umtriebiger Mann, sein Lokal war Treffpunkt für politisch Interessierte und Versammlungsort des SV Welschneudorf.
„Der Hannes kommt“ war ein geflügeltes Wort im Dorf. Jeder kannte ihn. Hannes war Wirt mit Leib und Seele und überaus beliebt.

1920er–1930er Jahre – Hannes wird Gastwirt
Sein glückliches Leben als Gastwirt hatte ein Ende, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Nach und nach durchdrangen deren Ge- und Verbote nicht nur die öffentlichen Einrichtungen und den Handel, sondern auch die Gastronomie im Westerwald. Jüdische Besitzer wurden kurzerhand enteignet, die anderen traten gezwungenermaßen dem Reichseinheitsverband des deutschen Gaststättengewerbes bei.
1933–1945 – Mut in schwierigen Zeiten
In jedem Gastraum, in jedem Hotel mussten Hitlerportraits angebracht werden. Hannes und seine Mutter weigerten sich, Hitlerbilder in der „Klosterschänke“ aufzuhängen. Die Gestapo machte kurzen Prozess, schloss die Gaststätte und entzog Hannes und seiner Mutter wegen „Nichteignung zur Führung eines Gastgewerbes“ die Schanklizenz. Mit seinem Bruder hatte Hannes sich zerstritten, da dieser ein glühender Anhänger der Nazis war.
Nach 1945 – Neuanfang nach dem Krieg
Doch Hannes wollte unbedingt wieder Gastwirt werden, es war sein Lebenstraum. Er kaufte ein kleines Haus und baute nach Kriegsende mehrere Räume und einen Saal an.
1957 – Gründung des Gasthauses „Hannes“
Die Wirtschaft konnte wiedereröffnet werden und erhielt 1957 den Namen „Zum Hannes“. Die Tradition der Vereinsgaststätte wurde fortgeführt.
1960 – Abschied von Johann Alois Merz
Viel zu früh starb Johann Alois Merz im Jahr 1960. Seine Frau Margarethe führte mit der Unterstützung der gemeinsamen Töchter das Lokal weiter. Auch deren Freundinnen waren behilflich, denn das Lokal wurde gern von jungen Herren aus dem Ort besucht. Später übernahm Tochter Hanneliese, mittlerweile verheiratete Born, das Ruder
1960er – 1990er Jahre
Es fanden wieder zahlreiche Veranstaltungen statt, denn vor der Nazizeit waren die Welschneudorfer ein sehr feierfreudiges Volk. Die Fassenachts-Events im „Hannes“ waren legendär! Ob Hochzeit, Erstkommunion oder Beerdigungskaffee – die Familienfeiern wurden im „Hannes“ zelebriert. Auch an anderen Tagen ließen sich die Gäste Hähnchen, Würstchen oder Schaschlik schmecken, die von den Damen des Hauses vortrefflich zubereitet wurden. Sie hatten dabei tatkräftige Unterstützung von Margarethes Enkel Thomas. Schon als Vierjähriger stand er auf einem Schemel neben seiner Oma am Herd und lernte so das Kochen von der Pike auf.

2001 – Die nächste Generation übernimmt
Beruflich schlug Thomas Born zunächst einen ganz anderen Weg ein, er machte eine Ausbildung zum Maurer und arbeitete in diesem Beruf. 2001 übernahm er nicht nur mit seiner Frau Angelika den „Hannes“ im Nebenerwerb, sondern führte auch die Tradition der Fassenachtsveranstaltungen fort. Außerdem organisierte das Ehepaar Motto-Partys und andere Events. Speisen wurden vom Kochtalent Thomas zunächst nicht angeboten.
2010 – Geburststunde des Steakrestaurants
Das änderte sich, als 2010 ein hungriger Gast zu Besuch in den „Hannes“ kam. Thomas und Angelika improvisierten mit Zutaten, die im Haus waren und konnten den Herrn mit überbackenen Nudeln verköstigen. Einige Zeit später erledigte Thomas Maurerarbeiten im Hof eines Koblenzer Steakrestaurants. Als Dank für die gute Arbeit schenkte ihm der Chef des Hauses eine Kiste argentinisches Roastbeef.
2010-2013 – die Erfolgsgeschichte beginnt
Das war der Startschuss für das Steakrestaurant „Zum Hannes“. Immer mehr Beilagen und Steakvarianten wurden ausprobiert und stießen auf den großen Zuspruch der immer zahlreicher werdenden Gäste. Mundpropaganda und Internetauftritt taten ihr Übriges. Das Lokal musste erweitert werden.
2013 – Entscheidung für die Zukunft
Ende 2013 war die selbstgesetzte „Testphase“ durch und die Fortführung des Restaurants beschlossene Sache. Thomas ließ eine neue Küche einbauen und schaffte hochmoderne Kochgeräte an. Mittlerweile ist das Steakrestaurant „Zum Hannes“ auf Wochen hinaus ausgebucht.
Heute – Tradition trifft Steakkultur
Das Gasthaus & Steakrestaurant „Zum Hannes“ wird mittlerweile in vierter Generation geführt und zählt zu den bekanntesten Adressen für hochwertige Steaks im Westerwald.
Trotz aller Weiterentwicklung ist eines geblieben: Die Werte, die Johann Alois Merz einst vorlebte – Gastfreundschaft, Herzlichkeit und die Freude daran, Menschen zusammenzubringen.
Seit Generationen gilt bei uns: Wir servieren nicht nur gutes Essen –wir schaffen Erinnerungen.


